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Amtlich Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland, (englisch United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland), konstitutionelle Monarchie (ohne geschriebene Verfassung) in Nordwesteuropa auf den Britischen Inseln zwischen Nordsee und Atlantik, 244 820 km², 60,4 Mio. Einwohner, Hauptstadt London; zu Großbritannien und Nordirland gehören außerdem zahlreiche direkt "der Krone verbundene" Gebiete wie die Kanal-Inseln und die Isle of Wight sowie zahlreiche "abhängige Gebiete" wie z. B. Gibraltar.
Land und Leute
Großbritannien und Nordirland besteht zum größten Teil aus alten Bergländern (Schottland, Nordirland, Wales und Nord- sowie Südwestengland), sonst aus jüngeren Schichtstufenländern und tertiären Aufschüttungen nach Osten hin, höchste Erhebung ist der Ben Nevis im Schottischen Hochland mit 1 343 m. Das Klima ist dank Golfstrom feucht und mild, wobei der Westen besonders regenreich, der Osten wärmer und trockener ist. Dort, in und um London, an der Südküste und in den mittelenglischen Industrierevieren ballt sich die überwiegend anglikanisch-protestantische Bevölkerung. Sie ist trotz der Stammesgliederung in Iren, Schotten, Waliser und Engländer relativ homogen, zusammengehalten von der englischen Sprache, die trotz zahlreicher, auch keltischer Dialekte das öffentliche und kulturelle Leben prägt. Es erhält zunehmend Farbtupfer durch die Zuwanderung aus ehemaligen Kolonien. Das Bildungsniveau ist hoch (u. a. weltberühmte Universitäten wie Oxford und Cambridge), das kostenlose Gesundheitswesen vorbildlich, die Lebenserwartung mit 75 Jahren auf dem Standard Westeuropas. Großbritannien und Nordirland ist ein demokratischer Rechtsstaat mit einem Zweikammersystem, die Königin hat als Staatsoberhaupt nur noch repräsentative Aufgaben, das Parlament wird nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt.
Wirtschaft
Großbritannien und Nordirland war das erste Land, das sich dank großer Gewinne aus den Kolonien und dem weltweiten Handel unter dem Schutz einer überlegenen Flotte zum Industriestaat wandelte. Der im 18./19. Jh. gewonnene Vorsprung ging zwar inzwischen verloren, doch gehört das Land weiterhin bei hoch entwickelter Infrastruktur zu den führenden Wirtschaftsmächten der Welt. Dabei spielt auch der heimische Reichtum an fruchtbaren Böden und Bodenschätzen (v. a. Kohle, neuerdings Erdöl in der Nordsee). Dennoch ist die Handelsbilanz chronisch defizitär, da die verarbeitende Industrie (v. a. Fahr- und Flugzeuge, Eisen und Stahl, Maschinen, chemische Produkte) vielfach nicht konkurrenzfähig ist, auch wegen veralteter Führungs- und Sozialstrukturen. Der Beitritt zur EG 1973 brachte weitere Probleme, v. a. mit den Ländern des Commonwealth und für die Landwirtschaft, öffnete aber auch neue Märkte und wird inzwischen allgemein akzeptiert.